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Lacha tun mer, tanza, springa, gar nix soll uns heut draus bringa!
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Trafohäusle in und um Bad Saulgau


Trafostation Saegewerk Platz 8 Trafostation Saegewerk Platz 2 Trafostation Saegewerk Platz 3 Trafostation Saegewerk Platz 5 Trafostation Saegewerk Platz 14 Trafostation Saegewerk Platz 16 Trafostation Saegewerk Platz 17
Trafostation Saegewerk Platz 1 Trafostation Saegewerk Platz 15
Die Trafostation Sägewerk Platz
Photos von Pit Fischer, 2011
In der Kernstadt von Bad Saulgau konnten wir nur noch diesen einzigen Trafoturm entdecken. Das Netz wurde bereits vor längerer Zeit modernisiert und unterirdisch verlegt. Dieses Dokument ländlicher Industriearchitektur steht in der Platzstraße 6 (Straße Richtung Hochberg), gegenüber von Kaufhaus X. Die Giebelinschrift (rechtes Bild untere Reihe) verrät uns, dass in diesem Werk um die vorletzte Jahrhundertwende nicht nur Holz gesägt, sondern auch Strom verarbeitet wurde: "Säg- und Elektrizitätswerk Saulgau Carl Platz 1899".
Das Innere der Anlage ist schon länger modernisiert. Die Schilder an den Blechtüren (linkes Bild untere Reihe) zeigen, dass hier Trafo I und II mit je 630 KVA untergebracht sind.
Weitere Informationen über den hübschen oberschwäbischen Kurort bietet die Webseite Schönes Bad Saulgau.


Auch in den Saulgauer Ortsteilen gibt es einige wirkliche Schmuckstücke:

 
Trafo Siessen 1 Trafo Siessen 2 Trafo Siessen 3 Das Kloster Siessen
Spätbarock bei Bad Saulgau: der Trafoturm Kloster Sießen
Photos von Richard Molke, 2010
Der Trafo beim Kloster Sießen ist ein herausragendendes Zeugnis spätbarocker Baukunst. Der Barock ist allerdings zugegebenermaßen SEHR spät :-)
Die Errichtung und Ausschmückung des anmutigen Türmchens wurde lange Zeit Dominikus Zimmermann zugeschrieben, der auch die Gestaltung der nahegelegenen Kloster- und Pfarrkirche St. Markus innehatte (siehe rechtes Bild: Abbildung Kloster Sießen). Nach neuesten der Trafographie-Redaktion vorliegenden Informationen gehört dies aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ins Reich der Legenden, da die barocken Kunstwerke Zimmermanns in St. Markus relativ präzise auf die Jahre 1726-1729 datiert werden konnten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war jedoch der Wechselstrom noch garnicht erfunden! Schließen wir aber die Diskussion um die Urheberschaft des Trafos versöhnlich und einigen uns auf die Aussage, daß er in der TRADITION Dominikus Zimmermanns steht und - Barock hin oder her - die Franziskanerinnen des Klosters über Jahrzehnte mit der uns heute so selbstverständlich gewordenen Elektrizität versorgte und versorgt. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine Künstlerin und Franziskanerin des Klosters, die mit ihren Bildern (nach denen dann später die Hummelfiguren angefertigt wurden) internationale Berühmtheit erlangte: Maria Innocentia Hummel (=Berta Hummel).

 

Trafoturm Bolstern 11 Trafoturm Bolstern 13 Trafoturm Bolstern 16 Trafoturm Bolstern 15 Trafoturm Bolstern 2 Trafoturm Bolstern 3 Trafoturm Bolstern 4 Trafoturm Bolstern 6 Trafoturm Bolstern 10
Die Umspannstation Bolstern aus dem Jahr 1914
Photos: Pit Fischer, 2011
Nehmen wir mit dem Fahrrad von Hoßkirch aus Kurs auf Bolstern, (gemeinsam mit Heratskirch Ortsteil des schönen Kurorts Bad Saulgau) durch das große, menschenleere Waldgebiet Wagenhart, so erreichen wir jenseits des Waldrands das Bolsterner Hochspannungstal mit seinen überdimensionierten Masten, die einem die idyllische Ausicht auf das einzigartige Wiesental und den Kirchturm total versauen. Wie bescheiden nimmt sich dagegen mit seinem hübschen Dach das Bolsterner Trafohäuschen aus: Die Umspannstation Bolstern Saulgauer Str. der EnBW Regional AG. Es befindet sich gleich am Ortseingang von Bad Saulgau kommend in der Ostracher Str./Ecke Heratskircher Str. Die Bezeichnung der Umspannstation "Saulgauer Str." deutet darauf hin, dass die heutige Ostracher Straße früher wohl Saulgauer Straße hieß - sinnvoll ist beides, da die Straße von Saulgau nach Ostrach führt, bzw. je nach Fahrtrichtung umgekehrt. Das linke Bild zeigt den Trafoturm ganz klein in der Bildmitte aus Richtung Saulgau kommend. Die Hochspannungsmasten wirken riesig dagegen. Die beiden rechten Bilder zeigen, wie harmonisch sich der Turm in die Bolsterner Dachlandschaft einfügt.
Die Umspannstation ist nach fast hundert Jahren immer noch in Betrieb und offensichtlich in einem sehr guten Zustand. Die elektrische Anlage wurde allerdings mit Sicherheit zwischenzeitlich modernisiert.
1914 hatten die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) angefangen, die Region flächendeckend zu elektrifizieren. Der Trafoturm in Bolstern müsste eine der ersten Stationen gewesen sein, zusammen mit der ebenfalls im Jahr 1914 erbauten Umspannstation Ebersbach. Im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach bei Bad Schussenried ist ein weiterer Turm zu besichtigen: Die Umspannstation Wildes Ried von 1918, die aus Winterstettendorf im Jahr 1991 ins Freilichtmuseum umgesetzt wurde und dort nun als technisches Denkmal mitsamt der technischen Einrichtung innen und außen besichtigt werden kann.


Schwarzachtal
Trafohäusle im malerischen Schwarzachtal bei heraufziehendem Gewitter
Der Trafoturm im Schwarzachtal bei Bad Saulgau


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Stand: 3. Dezember 2011
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