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Landkreis Reutlingen
Trafohäusle in und um Pliezhausen
Zu Pliezhausen gehören auch die Ortsteile Dörnach, Gniebel und
Rübgarten.
Die Trafostation 757N390 Burgstr. in Dörnach
Fotos: Matthias Thalmeier, 2007
Dieser Trafoturm steht etwas außerhalb von Dörnach in der Provinz mitten auf der Wiese und ist auch heute
noch in Betrieb. Der ehemalige Energieversorger in dieser Region waren die Neckarwerke (NW), das Logo ist auf dem dritten Foto von rechts
auf der Tür zu sehen.
Die Neckarwerke gehören seit 2003 zur EnBW. Nur das Schild hat man noch nicht ausgewechselt.
Die Tür wurde vor einiger Zeit erneuert, auch wurde eine nachträgliche Abzweigung in ein Erdkabel
vorgenommen. Das wurde so sorgfältig gemacht, dass dieser Turm wohl noch auf längere Sicht in Betrieb bleiben wird.
Sonst hätten auch ein paar Schellen an der Hauswand gereicht, schnell dran und auch schnell wieder weg.
Das dritte Bild von links zeigt ein technisch interessantes Detail:
Unterhalb der eigentlichen Isolatoren sind Überspannungsableiter zu sehen. Wenn durch einen Blitzschlag
(auch indirekt in der Nähe einer Leitung) eine Überspannung
in der Leitung auftritt, entstehen sog. Wanderwellen. Diese enden dann an der Station. Damit sie die Isolation der Trafowicklung
nicht beschädigen, gibt es solche Bauteile. Steigt die Spannung in der Leitung an, werden sie leitend und führen die
Überspannung dann nach Erde ab. Da es bei dieser Trafostation sehr kurze und dennoch alte Bauteile sind, könnte es sich um ein
10KV Netz handeln. Moderne Elemente sind heute auch für 20KV bedeutend kleiner, leichter und aus Kunststoff statt Porzellan.
Als Bauteilnamen haben sich SAW-Ableiter und Kathodenfallableiter eingebürgert.
Herzlichen Dank an den Fotografen für diesen und andere Beiträge.
Trafoturm in Gniebel, Fa. Metric
Fotos: Matthias Thalmeier, 2012
Der Turm steht im Furtweg/Ecke Tübinger Straße (K6764), nicht weit von der B27.
Die Bezeichnung der Trafostation ist zwar '762N391 Tübinger Str. Walddorf' (Abb. ganz links), aber sie liegt auf dem
Betriebsgelände der Fa. Metric in Gniebel.
Die Orte
Walddorf
und Gniebel sind heute mit dem Gewerbegebiet "Bullenbank" nahtlos zusammengewachsen.
Auch die nebenan stehende neue Kompaktstation hat die Bezeichnung '762A271 Metric Walddorf' (Abb. ganz rechts), ebenso wie die
dortige Bushaltestelle 'Gniebel/Walddorf Metric'.
Der Trafoturm am Steinbruch Rübgarten von 1956
Fotos: Matthias Thalmeier, 2012
Das Trafohaus ist seit Anfang der 80er Jahre nicht mehr in Betrieb. Es steht am Grundstück des Steinbruchs in Pliezhausen-Rübgarten
(Bauernwald-West) am Wegrand parallel zur B27 Tübingen-Stuttgart, kurz vor der Ausfahrt
Walddorfhäslach.
Auf den Aufnahmen ganz links und ganz rechts der oberen Reihe sieht man in Fahrtrichtung Stuttgart. Kurz nach Kirchentellinsfurt gibt
es eine starke Steigung auf der B27, danach wird es wieder eben und übersichtlich und der Turm ist hier deutlich zu sehen.
Auf der Abbildung des Giebels in der unteren Reihe rechts ist im Fassadenputz das Baujahr 1956 zu sehen.
Von außen durch das Fenster ist noch die in das Obergeschoss führende Leiter sowie ein Warnschild zu erkennen
(beides nicht abgebildet). Der Rest der Anlage scheint vollständig entkernt und demontiert zu sein.
Von den früheren Mittelspannungszuleitungen und Freileitungsmasten sind keine Reste mehr vorhanden. Nur die
Überspannungsableiter sind noch im Originalzustand der Bauzeit.
Auf der linken Abb. in der unteren Reihe befindet sich über dem Fenster ein Schild mit der Aufschrift "Hauptstr.",
eine ehemalige Bezeichnung der Leitungsabgänge.
Die Tatsache, dass der Turm beidseitig in eine Mittelspannungstrasse eingebunden war, weist auf die Bedeutung dieser Schilder hin.
So konnte vor Ort z.B. bei Arbeiten genau bestimmt werden, welcher Teil der Leitungstrasse zu- bzw. abgeschaltet werden musste.
Bei der Stilllegung des Trafos scheint eine Brachialdemontage mit dem großen Hammer stattgefunden zu haben:
Vor dem Gebäude liegen teilweise zerschlagene Porzellanisolatoren (Bilder untere Reihe) aus der Innenanlage,
originale Innenraumstützer der Baureihe SA 20 (der Herstellerstempel ist erkennbar).
Es sind Fragmente von Rosenthal in Selb und von der Steatit Magnesia in Hohlenbrunn in Oberfranken.
Das jüngste Bauteil stammt aus der 6. Kalenderwoche 1955, ein älteres aus dem Jahr 1953.
Der unversehrte Stützer auf der mittleren Abb. ist dagegen von den vereinigten Porzellanfabriken Köppelsdorf in
Thüringen. So ein Teil wiegt gut 3 kg und hat auf der Endseite (die mit der größeren Metallplatte) eine Gewindebohrung zum
Einschrauben.
Der Einsatz bauartgleicher Teile von drei verschiedenen Herstellern deutet darauf hin, dass
der Energieversorger die Stützer in der Einbauzeit wohl auf Lager hatte.
Weitere Exemplare dieser Stützer mit neuem Verwendungszweck als Gartenbeeteinfassung finden Sie in unserer
Rubrik Recycling von Isolatoren.
Eine fast baugleiche Trafostation befindet sich nicht allzuweit entfernt in
Altenburg.
© Copyright für die Bilder
bei den Fotografen und Fotografinnen
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Stand: 1. April 2012
Carpe diem
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