Trafohäuschen in Deutschland
Dieser Turm in Donauwörth aus dem Jahr 1915 soll abgebrochen werden!
Photos: Stefan Haunstetter, 2010
Wie so viele andere soll auch dieses Trafohaus im schönen Nordschwaben abgerissen werden.
Nicht nur uns Trafo-Photographen, auch Freunden alter Keramikisolatoren blutet das Herz bei diesem
Gedanken. Wo bleibt die Bürgerinitiative vor Ort, die sich gegen solcherlei Frevel zur Wehr setzt?
Das wenige, was wir heute tun können, ist, diesem Dokument alter Technikgeschichte
an dieser Stelle ein digitales Denkmal im Internet zu setzen. Herzlichen Dank an den Photographen für die
Überlassung der Bilder.
Der Travo Tauer Heiligendamm
(zum Vergleich unten rechts: das Grand Hotel)
Photos: Hildegard Rzymann, 2010
Dieser in Privatbesitz befindliche Trafo Tower steht - zum Glück ohne Gefährdung durch Abriß - in Heiligendamm in der
Gartenstraße, 600 Meter von der schönen Ostsee entfernt (Mecklenburg-Vorpommern).
Der Baumeister des Turms war B. Martens (Kröpelin in Mecklenburg). Höhe: 9,20 m, Grundfläche: 2,33 x 2,33 m.
Die Kosten betrugen damals 3.202,66 DM (ohne Trafo), für Trafo und Installation 7.230,48 DM.
Die Gebrauchsabnahme war am 9. Januar 1954. Die beiden linken Abbildungen in der unteren Reihe zeigen Konstruktionszeichnungen des
Baus und Dokumente zur Entstehung.
Viele kennen Heiligendamm nur durch den Besuch von George W. Bush und Angela Merkel
im Jahr 2006 (1300 Meter Absperrung, 12.500 Sicherheitskräfte, 30 Quadratkilometer Sperrgebiet auf der Ostsee...) und
vom G8-Gipfel 2007 im Hotel Kempinski (noch viel mehr Absperrung, noch viel mehr Sicherheitskräfte, Sperrgebiet,
die Region im Ausnahmezustand).
Ein unerschrockenes Häuflein aufrechter Demokraten ließ sich trotzdem nicht vom Demonstrieren abhalten.
Aber Heiligendamm besteht nicht nur aus Polizei, Nato-Stacheldraht, Abriß- und Bau-Sünden,
wie dieser wunderschöne Trafoturm zeigt.
Ein interessanter, reich bebilderter Überblick über die Entstehung und den Werdegang des ersten deutschen Seebades,
über Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Bad Doberan und Heiligendamm findet sich auf der Webseite
Zeit am Meer.
Herzlichen Dank an Frau Rzymann für die Einsendung der Fotos!
Der Trafoturm von Kayna: Wechselstrom im Burgenland
Fotos: Hildegard Rzymann, 2010
Dieses schlichte, noch in Betrieb befindliche Trafohaus besticht weniger durch seine Architektur als durch seine
Funktionalität. Die meisten werden das Burgenland geografisch in Österreich verorten, aber auch in Sachsen-Anhalt
gibt es einen Burgenlandkreis. Der Transformator steht am Ortsausgang Kayna in Richtung Meuselwitz. Kayna ist heute Ortsteil
der Stadt Zeitz. Der stark ländlich geprägte Ort wird laut Wikipedia von der Schnauder durchzogen, die dem
Schnaudertal ihren Namen gab. Sie entspringt in zwei Quellbächen, der Kaynaischen und der Lindenbergischen Schnauder.
Sachsen-Anhalt ist energiepolitisch auf dem richtigen Weg: in diesem Bundesland steht nach Untersuchungen der TRAPHO-Redaktion
kein einziges Atomkraftwerk, ebenso befinden sich dort keine Endlagerstandorte oder Produktionsstätten der Atommafia.
Die Redaktion wünscht den Sachsen-Anhaltern: weiter so und viel Freude und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem
energiespendenden Strom!
Stromhäuserl Fischbachau (Oberbayern)
Photo von Richard Molke, 2008
DER klassische Feld-Wald-und-Wiesen-Trafo schlechthin! Umhuscht von Zwergen, Elfen,
Wuselern und anderen geheimnisvollen Wiesen- und WaldbewohnerInnen. Wenigen nur ist es bislang gelungen,
diese scheue Station auf Zelluloid zu bannen.
Historisches Trafohäusle Hohenegg (östliches Westallgäu)
Photos von Richard Molke, 2008
Der Photograph entdeckte dieses Prachtexemplar beim Aufstieg zur Kugel, dem höchsten Berg des
Westallgäus (1068 M.ü.M.) Es ist noch ganzheitlich aus Holz hergestellt. Die Löwenzahnblüte
im Vordergrund ermöglicht einen Größenvergleich und gibt uns einen Hinweis darauf, daß in
früheren Zeiten die Menschen wohl erheblich kleiner als heute gewesen sein müssen - oder die produzierten
Strommengen waren kleiner, kann auch sein.
Beachten Sie bitte auch unsere Sonderseite
Transformatoren im Allgäu.
Es lohnt sich!
Station Schwaig bei Schliersee / Oberbayern
Photos von Richard Molke, 2008
Der Schliersee ist an sich schon schön, erfährt aber durch die Station Schwaig noch eine Steigerung.
Die Kombination mit dem Bahnübergang, die Holzteilverkleidung, die Lampe, die auch des nachts Licht
ins Dunkel bringt und nicht zuletzt der Ausblick auf die von wunderbaren Porzellanisolatoren gesäumte
Bahnlinie. Der Photograph selbst hat hier mit großem Vergnügen manchen Zug durchfahren sehen,
manche Reisende haben sogar zurückgewinkt.
Trafo 2634 in Oberbayern
Photos von Richard Molke, 2008
Dieser ebenfalls in der Nähe des malerischen Schliersees gelegene arme namenlose Trafo ist nur eine Nummer,
für den Photographen allerdings so etwas wie die Nummer eins, was Taillierung anbelangt. Auch die
Holzverkleidung ist absolut hochwertige Qualität. Eine Station, die evtl. noch von sich reden machen wird.
Umspannhäusl Blauhäusl (Oberbayern)
Photo von Richard Molke, 2008
Nicht schön, aber selten - Der Blauhäusl-Trafo zwischen Rottau und Grassau.
Transformationshaus Speckmühl (BGL)
Photos von Richard Molke, 2008
Hübsch hässlich, um es mal gelinde auszudrücken. Ist das etwa Eternit? Igitt.
Aber schön gelegen im Berchtesgadener Land. Versönlich stimmt den Radwanderer auch die Raststation
mit Ruhebänkchen, Konifere und Schildern, die über die örtliche Gastronomie, lokale Biersorte,
Autocheckmöglichkeiten etc. informieren.
Trafostation Schiffmeister
Photo von Richard Molke, 2008
Das hauslose Trafohäuschen am Königssee. Ist es nicht vergleichbar
mit Daniel Düsentriebs butterlosem Butterbrot?
Für folgende deutsche Orte und Regionen gibt es bereits eigene Seiten:
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